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Reisebericht Kanada 2010



Kanada – Höhepunkte der Ostküste 12. – 23. September 2010

Nachdem ich im März dem Reiz mit der Gruppe nach Kanada zu reisen nicht mehr widerstehen konnte, beschlossen Renate und ich, die Zeit vor Ort sinnvoll zu nutzen. Und so hatten wir schon lange eine Stadtrundfahrt im Visier und das Karl-Valentin-Museum. Beides gelang uns an dem sonnigen Freitag. Bis hinaus zum Olympia-Zentrum sonnten wir uns im riesigen Cabriolet. Eine sehr begeisterte Stadtführerin zeigte uns ihr München und auch Renate entdeckte noch Neues. Das Museum war sehr liebevoll eingerichtet und sehenswert im Sinne des Komikers. Es ist unbedingt ein weiteres Mal zu empfehlen, denn so viel Humorvolles kann man mit einem Besuch gar nicht aufnehmen. 
Den Samstag haben wir noch mit einem Ausflug auf den Domberg von Freising gekrönt. Ebenfalls bei sonnigem Wetter und einem großartigen Glockenkonzert. Mit einer großzügigen Umfahrung von Moosburg zeigte mir Renate viel von dieser schönen Landschaft.

Sonntag, 12. September 2010
Zu christlicher Zeit um 09.00 Uhr trafen wir uns diesmal beim ehemaligen Hotel Bauer, so dass wir mit unseren Koffern hinrollern konnten. Wieder schönster Sonnenschein und große Freude bei den Mitreisenden und den Winkenden. 16 Personen umfasste diesmal die Heinz-Gruppe. Mit dem Bus zum Flughafen, das ticketlose Einchecken hat noch seine Tücken, bei der Kontrolle traf es mich, die Tasche zu öffnen, ohne Erfolgserlebnis für Kontrolleur. Dafür hatte man mit dem Vordermann eine Menge Probleme, der unbedingt seine Dose Bohnen noch essen wollte, nachdem er schon alles andere abliefern musste.
In kleiner Runde saßen wir bis zum Boarding zusammen beim Kaffee.
Die Gruppe war schon eingeordnet, und wir blieben ziemlich beieinander. Somit verging die Zeit recht schnell, denn es gab viele zu erzählen von vergangenen Reisen. Überraschend entdeckte ich, dass auf dem Flug vorher auf diesem Platz auch schon eine Martina gesessen hatte.
Aufgrund der Zeitverschiebung von sechs Stunden ist es noch Sonntag
Bis wir den Flieger verlassen, uns versammelt und die anfänglichen Probleme beseitigt haben, - Erich führt illegal Äpfel ein, erwischt von einem entzückenden „Spürhund“ - ist es schon Nachmittag. Mit dem Transfer-Bus machen wir schon eine Stadtrundfahrt bis wir unser Bond-Place-Hotel erreichen. Erste Eindrücke erhöhen die Spannung.
Im Hotel erwartet uns die Reiseleiterin von der Kanadischen Agentur in Toronto. Marion verteilt große Umschläge, wenig drin und Hundseder drauf, was am Ende noch richtige Verwirrung schafft s. am 22.09. Schnell können wir unsere bereits auserwählten Ausflüge buchen. Mittlerweile ist es auch schon Abend geworden,  und wir versuchen mit 12 Personen eine Möglichkeit zum Abendessen zu finden. Das Hard-Rock-Cafe vergrault uns natürlich mit seiner Lautstärke. Bei Frans bemüht sich eine junge Kellnerin freundlichst um unser Wohlergehen. Wegen des Film-Festivals
herrscht überall Gedränge. Wir wählen die köstliche Brokkoli-Suppe, erhalten kostenlos Eiswasser und teilen uns ein kanadisches Bier. Anschließend bereiten wir uns nur noch auf den kommenden Start unserer Rundreise vor: Tagesrationen, Büro und Bequemlichkeiten. Erste Nacht in Kanada mit großen Betten und kleiner Küche. Auch das Zimmer ist ausreichend groß, Wanne mit Dusche, aber vor allem sehr breite Seniorenbetten mit vielen Kissen, das Bettdeck ist immer tief eingegraben.

Montag, 13. September 2010
In den nächsten Tagen wird morgens das Hauptaugenmerk darauf zu richten sein, dass die Koffer zeitig vor der Zimmertür zu stehen haben.
Wird nicht immer klappen, aber man ist bemüht.
An das kanadische Frühstück müssen wir uns noch gewöhnen, aber Fakt ist, dass man einfach satt werden kann. Die extra herbeigeeilte
Madame Maitre de Toast kam hier nicht nach. Speck und Eier schmeckten auch ohne. Aber guter Milchkaffee und Saft.
Mit Spannung erwarten wir unseren Bus. Wir haben schon gesehen, dass es sehr lange Exemplare sind und diese nur einen Einstieg vorne haben. Insgesamt 52 Personen, nicht nur aus Deutschland. Erich hat bereits geklärt, dass wir beisammen sitzen wollen und nicht routieren. So beziehen Heinzens das letzte Drittel unseres Gefährts. Frau Dietl teilt die Bank mit einem gesprächigen Herrn, dem das Emsland ein Begriff ist. Der Fahrer besitzt zwar Filmqualität, doch an Freundlichkeit mangelt es sehr. Er ist unentwegt bemüht, uns nicht anschauen und grüßen zu müssen. Da er sein Handwerk versteht, richten wir uns danach. Marion, unsere Begleiterin deutschen Ursprungs aus dem Siegener Raum, ist eifrig und bringt uns fast rund um die Uhr ihr fundiertes Wissen nahe.
So beginnen wir am frühen Morgen mit der Stadtrundfahrt in Toronto beim alten und neuen Rathaus mit dem imaginären Auge und dem monumentalen Churchill. Am Parlament im herrlichen Queens-Park entdecken wir die Königin Viktoria und wichtige Männer Kanadas. Die belebten Straßen zwischen hohen Glasbauten und alten Gebäuden sind so abwechslungsreich, alles scheint angenehm ineinander über zu gehen.
Wir sind überrascht von der Millionenstadt mit einem gelungenen architektonischen Zusammenspiel. Wir freuen uns schon auf den Abschluss hier. Viele zwei- bis dreigeschossige Wohnhäuser mit schönen Treppenaufgängen außen. Das ist darin begründet, dass man den wertvollen Wohnraum nicht für Treppenhäuser verschwenden möchte.
Die metallenen Treppenstufen sind mit Belägen aus alten Autoreifen für die kalte Jahreszeit gesichert. Große, nicht mehr genutzte Fabrikhallen sind mit wunderbaren Wandgemälden versehen. Sie zeigen vielfach das Leben in der damaligen Zeit. Kutschen, Dampfrösser, die ersten Autos und Flieger, viele Menschen in Kleidung der vorletzten Jahrhundertwende.
Auch viele Alltagsbilder der Indianer werden in Erinnerung gebracht.
Eben eine sehenswerte öffentliche Ausstellung  aus dem Leben der Menschen hier. Dabei fällt mir auf, dass nicht nur das Beschwerliche dieser Zeit im Vordergrund steht. Viele alte Straßenlaternen und eine Unmenge von Stromkabeln und anderen Leitungen sind sichtbar.
Dann wieder eine alte Kirche als Schmuckstück vor großen Glaspalästen.
Die Stadt ist unglaublich sauber und besitzt viel Grün, Bäume, zahlreiche Blumenbeete und –ampeln. Dachgärten mit riesigen Bäumen, Häuserfronten dargestellt wie Wasserfälle. Viele Brücken, manche erinnern an Herrn Eiffel, das große Stadion in der Stadt, das an eine Sternwarte erinnert, deren überdimensionales Dach zu öffnen ist.
Die Hall of Fame der großartigen Eishockeyspieler, große Stadien.
Und dann der erste Höhepunkt, der gebuchte Besuch auf dem Canadien- National-(CN)-Tower. Wir beobachten schon von weitem, wie der gläserne Fahrstuhl außen herabsaust. Der hohe schlanke Turm, mit gläsernem Boden im Aufzug und Blick auf den Ontario-See, rasch geht es aufwärts. Eine unglaublich weite Sicht von der 400 m hohen Aussichtsplattform: unter uns die Schienenstränge des Bahnhofes, darauf die geparkten Nahverkehrszüge wie Spaghetti, fliegengroße Boote im Hafen, die umliegenden Gebäude wie Streichholzschachteln. Alles viel niedriger wie wir. Die unterschiedlichen Gebäude in Art, Form und Größe, eine Baustelle wie ein Sandspielkasten, das Haus auf dem Haus, rund, eckig, spitz, oval, einfach toll. Erst auf dem Rückweg können wir diesen Blick unter uns so richtig wahrnehmen.
Die Grünanlage hier unten lädt zum Verweilen ein, jedoch unsere Fahrt soll bald schon weiter gehen. Vorher ein Abstecher zu den alten Lokomotiven und der Steam-Whistle-Brauerei, ein künstlicher Baumstamm überdimensional – ebenso die „arbeitenden“ Spechte.
Unsere Reiseführerin Marion gibt sich viel Mühe mit uns und ist zum Glück sehr gut verständlich. Auch benötigt sie keine rote Fahne, denn sie ist sehr groß und schlank.
Die Mittagspause verbringen wir im Shopping-Center, um unter vielen Problemen Geld zu tauschen, so dass für das eigentliche Essen überhaupt keine Zeit bleibt. So lassen wir uns bei Heidi´s etwas einpacken. Allerdings war das sehr voreilig, denn es gab Aufregung um zwei verlorene Seelen.  Nachdem sie einen falschen Ausgang gewählt hatten, sind sie in das Hotel Bond Place zurück gefahren und haben dort gewartet. Nach längerem Hin und Her erwog auch Marion dort einmal anzurufen. Auf diese Weise kehren wir noch einmal in die Bond-Street zurück. 
Nach diesen vielen überwältigenden Eindrücken verlassen wir Toronto auf dem Highway 401 nach Gananoque bei Kingston am oberen Ende des Ontario-Sees. Auch wir werden beim Nickerchen erwischt, obwohl die Strecke viel Neues und Sehenswertes bietet. Eine Kaffee-Pause beim „Big-Apple“ mit dem Zimtduft der berühmten „Apfelkuchen-Bäckerei“, den Lamas und direkt neben der Straße noch der alte Friedhof. Auch hier hat man den Eindruck, dass es in diesem Land viel Platz gibt.  Das freundliche Städtchen erreichen wir gegen 18 Uhr. Clarion Inn & Conference Center nennt sich unser heutiges Zuhause. Im Bus verteilt Marion die Zimmerkarten. Schnell sind die ebenerdigen Zimmer belegt, große Betten mit je vier Kissen und eine Mini-Küchenzeile, Terrasse zum Hof und dem Bus davor. Wir machen uns bald auf den Weg, etwas zum Abendessen zu finden.
Zunächst zum kleinen Hafen, wo uns schon ein großartiger Regenbogen erwartet. Vor Erreichen des Zielgebietes hatten uns schon sehr schwarze Regenwolken begleitet. Entlang der Straße viele Einfamilienhäuser mit gepflegten Gärten, etliche Gaststätten haben geschlossen. In der Hauptstraße entdecken wir etwas Rustikales für sechs Personen und strapazieren den Kellner. Auch hier registrieren wir, es ist eben alles anders. Andere sind ebenfalls hier gestrandet.
Gegen 21 Uhr setzen wir uns ab, es ist schon richtig dunkel, und wir genießen den schönen Heimweg. Alle übrigen beenden den Tag im Pub.
Reiseerfahren finden wir immer einen guten Platz, um ordentlich und bequem aus dem Koffer zu leben.

Dienstag, 14. September 2010
Auf 6 – 7 – 8 werden wir uns einstellen müssen, viele sind früher dran. Das Frühstück in Erwartung stehen schon alle draußen. Mit zugeteilter Ration incl. Toast  müssen sie sich abfinden. Heute geht es auf See, und Erich muss noch vor dem Bus seinen Koffer öffnen und den Pullover herauskramen. Es ist das Gebiet der Thousand Islands, entstanden in der Eiszeit, das wir heute Morgen vom Schiff aus betrachten wollen.  Eine Gruppe Koreaner ist an Bord und genießen hier ihr Frühstück. Zunächst unterqueren wir eine große Brücke. Über 14 km immer wieder auf Felsen verankert, verbindet sie als Highway 401 Kanada mit den USA. Auf der kanadischen Seite ist die Brücke 38 m hoch, auf der amerikanischen 47 m, das Wasser darunter ist 76 m tief. Jährlich überqueren 1.700.000 Fahrzeuge dieses Bauwerk. Und es sieht bombastisch aus, wenn man von unten die vielen riesigen Trucks wie Spielzeuge darüber fahren sieht. Erbaut von 1936 bis 1938, eingeweiht von Präsident Roosevelt und seinem Kanadischen Kollegen. Hier bei Kingston, wo der Ontariosee in den  St. Lorenz Fluss übergeht, der wiederum zum Atlantik fließt,  befinden sich angeblich 1864 natürliche Inseln. Mit einem Dampfschiff hat Charles Dickens schon 1842 dieses Inselparadies bereist. Bereits 1793 wurde ein Grenzabkommen erarbeitet, dass keine Inseln zu teilen sind. Es sind 90 m Abstand zu halten oder die Grenze verläuft in der Mitte. Telefonleitungen etc. sind unter Wasser verlegt, deshalb „No ankering“. Viele Inseln sind von Mauern begrenzt. Ein besonderes kleines internationales Inselchen  hat einen eigenen Steg zu ihrer Dependance in Amerika. Unterschiedlichste Bebauung von besonders großzügig bis einfachst. Man muss es eben gesehen haben, dieses wunderschöne grüne Wasser.
Dann ist dort auf der amerikanischen Seite natürlich noch Heart Island, ein Chateau (erinnert an Disney),  das Mr. George C. Boldt für seine Frau LOUISE als Monument der Liebe errichten ließ. Die Vision eines Schlosses aus dem Rheinland, seiner Heimat, mit sechs Etagen, ließ er von 300 Arbeitern errichten. Mr. Boldt ist der Inbegriff des Tellerwäschers, der sich zum Millionär emporgearbeitet hat. Zunächst hat er als Zimmer-Service Aufträge aus Gefälligkeit erledigt, dann gegen Bezahlung. Bis er Inhaber des Waldorf Astoria in New York war. Sein Steward Oscar kreierte nicht nur den Salat sondern auch die Soße Thousand Islands.
1797 wurden in Rockport Presbitianer mit königlichen Patenten ausgestattet, die ihnen hier Anspruch auf Land zusicherten. Noch heute gibt es einen Gottesdienst von der Kirche auf dem Land zu den vielen
Booten, die dann erscheinen. Im Gebiet der Th. I.s hielten sich viele Stämme der Irokesen auf. Sie nannten es Garten des großen Geistes.  Auf dem großen Wasserweg betrieben sie Handel mit Mais, Bohnen und Kürbissen. Als Manitu sich diesen Garten zurückholen wollte, riss das große  Behältnis entzwei und ließ ihn in eben diese tausend Inseln zerschmettern.
Wir verlassen das Boot wieder in Ivy Lea. Schnell noch die Toiletten aufgesucht. Kommentar von Lucienne: Da sind überall Füße!!!
Auf dem Park-Way nach Montreal herrscht Andrang. Wir machen eine Zwischenpause auf einem der großen Rastplätze. Schon stürmt alles zu den aufgereihten Trucks in herrlichsten Farben. Die Rastplätze sind mit guten Toiletten ausgestattet, größeren oder kleineren Gelegenheiten zu Einkauf, Imbiss oder Souvenirs, aber niemals wird dafür Geld verlangt.
In Montreal parken wir zur Mittagspause vor dem Finanzamt. Für uns gibt es einen großen Cappuccino, wir teilen uns einen süßen Honig-Mandel-Kuchen und bummeln durch die neuen Straßen.
In Montreal wird uns Regina führen, die vor 17 Jahren nicht mehr nach Deutschland zurückgekehrt ist. Großartig das Olympia-Gelände mit dem Turm, der zu den Spielen noch gar nicht fertig gestellt war. Aber nun kann man sehen, dass mit einem schönen Waggon außen hinaufgefahren wird, wie auf einer sanften Abschussrampe. Auf der anderen Seite das Gelände der Weltausstellung und hier steht noch eine riesige Gitterkugel, der amerikanische Pavillon seinerzeit. Das höchste war natürlich die Formel-1-Rennstrecke. Hier erlebten wir einmal einen ganz anderen Busfahrer. Er schwebte im Schleudertest mit uns dahin, fuhr langsam an den Boxen vorbei. Schumi´s  Unglücksstelle konnten wir auch betrachten. Zurück in der Stadt wurde uns bewusst, wie hügelig es in der Stadt ist. Alles in allem gefiel es uns recht gut. Zum Abschluss schauten wir noch in eine Kirche, aber mit Zeitnot.
Days Inn Hotel mit chaotischer Zimmerverteilung, wie immer ausreichend für vier Personen. Betten hoch, aber die Toiletten extrem niedrig. Aber immer ausreichend Handtücher und sogar Waschlappen.
So nützlich für ein richtiges Bad. Vor dem Hochhaus gegenüber ist eine riesige Milchflasche platziert. Bald schon wieder besteigen wir den Bus zur Nachtrundfahrt.
Marion will uns gerecht behandeln, und so setzt sie ein Stofftier auf die Seite, die zuerst den Bus verlassen soll. Sehr gut gemeint, aber es klappt sehr selten. Wir beginnen mit Freizeit und suchen das Abendmahl. Die Restaurantstraße  war für die knapp bemessene Zeit zu teuer, und so landeten wir wieder beim Chinesen. Chicken-Wings für Renate, ich Nudeln mit Shrimps.
Dann fahren wir den Berg hinauf zum St. Joseph Oratorium um den großartigen Blick auf das beleuchtete Montreal zu erleben, nachdem wir zunächst auf Nachzügler warten mussten. Sie hatten den Ablauf in einer Großstadt nicht richtig eingeschätzt. Leider erfuhren wir erst später im Bus von den geöffneten Türen dieser Pilgerstätte. Hier entdecken wir einen langen Treppenaufgang mit über 300 Stufen eigens für besonders bußbereite Gläubige.
Ein weiterer Stopp für den Blick auf die beleuchtete Stadt wurde von zahlreichen Waschbären boykottiert.
Zurück ins Hotel um 22.15 Uhr in unsere vier Kissen. Gute Nacht.

Mittwoch, 15. September 2010
Vorgaben 6.30 – 7.30 – 08.30 Uhr, aber alles ging daneben. Ein einmaliges Chaos. Der Frühstückraum total überfüllt, weder Plätze noch Geschirr oder Lebensmittel ausreichend vorhanden. Die Kellner völlig überfordert. Ebenso der Hotel-Dienst. Mit 45 Minuten Verspätung wurden die Koffer verladen. Wir übernehmen das in Eigenregie. Haben wir doch allen Grund zu großer Freude. Renate entdeckte eine herbstliche Fleecejacke mit Marple-Leaves. Der eifrige Spanier war sehr bemüht, und so haben wir die unangenehme Wartezeit erfreulich verlebt.
Im Schweinsgalopp verlassen wir jetzt die Stadt in Richtung Quebec. Entlang des St. Lorenz Stromes mit Industrie und Landwirtschaft.
Ein Toilettenstopp und Möglichkeit für die ganz hungrigen Gebliebenen. Um 12 Uhr Mittagspause in einer Shopping Mall am Stadtrand für ein gutes Mittagessen. Smoked Beef mit Salat und Pommes incl. Salzgurke.
Pünktlich um 14 Uhr nehmen wir die Stadtreiseleiterin Silke auf. Mit dem Bus fahren wir hinauf zur Zitadelle. Von der Aussichtsplattform haben wir eine herrliche Aussicht über diese gepflegte Anlage. Auch hier fällt uns die extreme Sauberkeit auf. Erich sammelt Äpfel ein. Der nächste Stopp am Rathaus mit Gerüst, aber auch mit schönster Blumenbepflanzung. In den sechs Sommermonaten werden alle sechs Wochen die Rabatten und Kübel neu bepflanzt. In der Oberstadt  sehen wir gut erhaltene und renovierte Altbausubstanz. Interessante englische und französische Baustile, alles sehr ansprechend, überwältigend Chateau Fontenac.
In der Unterstadt am Hafen macht sich der Touristenaufschwung sehr bemerkbar. Viele Kreuzfahrtschiffe legen hier an, und eine Anzahl von Bussen verstopft die Stadt. Zu Fuß geht es bergauf und bergab. Besonders begeistert uns die überaus künstlerisch bemalte Fassade eines mehrstöckigen Hauses. Auch hier wird das alltägliche Leben wider gegeben. Die Kirche zeigt einen wunderbaren Altar aus Porzellan, das große Segelschiff unter der Decke und die gerechte Waage der Justitia in der Dachschräge. Den Rundgang hier beenden wir an der
Funiculaire, die uns für 2 $ wieder nach oben bringt. Die Sonne ist noch vorhanden, aber hier am Wasser ist der Wind recht stark. Mit einem Ahorn-Eis genießen wir die Kunst in den kleinen Gassen. Treffpunkt um 17 Uhr mit Riesenüberraschung: Don und  Marion haben die Koffer bereits im Ambassadeur-Hotel abgeliefert und die Kärtchen werden gleich verteilt. Bei dem Stopp nachmittags an der Markthalle haben wir uns mit Obst, französischem Käse und Tomaten versorgt, und jetzt können wir sofort unser delikates Abendessen herrichten. Wir bestehen auf einem Abend daheim für Buchführung, Sucht und Pflege – und sind glücklich.

Donnerstag, 16. September 2010
Erst heute Morgen entdecken wir das interessante Innenleben unseres Hotels. Vermutlich auch eine große alte Fabrikhalle, mit einem besonderen Atrium und Zimmern, deren Balkontüren zum Wellness-Bereich zu öffnen sind. Nun noch eine weitere Nacht hier wäre gut.  
Entgegen allen Erwartungen gibt es auch noch ein außergewöhnlich gutes Frühstück, mit reichlich Obst und Käse  neben Rührei und Speck.
So klappt auch alles andere gut, und wir kommen pünktlichst weg.
Die Aussichten sind trüb, aber sehr günstig für den nächsten Film, den uns Marion über ihr Land vorführt. Anfangs noch der städtische Stau aber dann ist der dann ist der Weg frei nach Ottawa. Die erste Toilettenpause wieder an einem der großen Rastplätze. Mit einer guten Anlage und einem kleinen Verkaufshäuschen, das von einem kleinen Kühlwagen – dicht dahinter geklebt, an langem Stromkabel – versorgt wird. Diese Plätze sind wie Parks, großzügige und sauber gemähte Rasenflächen, verschiedene Bäume und Sträucher. Weithin ist kein Unrat
sichtbar, so wie bei uns üblich. Und natürlich immer wieder das Staunen über die vielen Super-Trucks. Ein besonders Bild: ein Riesen-Lkw überholt vom einem der wenigen Smarts. An einer größeren Rastanlage in Rideau ist Mittagspause. Wir finden am Ende der Lokalitäten-Straße Spaghetti, eine Portion ausreichend für drei Personen.
Ab 16 Uhr beginnt es zu nieseln und die Laubfärbung beginnt.
Mit dem Einfahren in Ottawa setzt heftiger Regen ein. So dass wir das vornehme Viertel mit den Konsulaten gar nicht recht bestaunen können. Trotzdem erkennen wir auch hier eine sehr interessante Stadt mit der überdimensionalen Spinne. Zum Bummeln wäre auch bei schönem Wetter nicht die Zeit gewesen. Mittlerweile regnet es ganz anständig. So eilen wir hinter Marion in die Touristeninformation, um von dort das gegenüberliegende Gebäude der Regierung zu betrachten, das einen Turm wie Londons Big Ben besitzt. Mehr noch waren wir von Anitas Entdeckung fasziniert, die sich mit ihrem neuen Hundebaby im Internet entdeckte.
Auch im Regen haben wir Zeit, vor dem Info-Zentrum das Denkmal eines jungen Mannes zu betrachten. Bei dem jungen Sportler Terry Fox (28.07.58 – 28.06.81) wurde mit 18 Jahren bereits Knochenkrebs festgestellt.  Er sammelte mit seinem „Marathon of Hope“ mehr als 25 Mio CDollar für die Krebsforschung. Nach hartem Training begann er am 12. April 89 und nach 143 Tagen und 5373 km musste er dieses Vorhaben vorzeitig abbrechen, weil auch die Lungen zu stark befallen waren.
Als Freizeit wählen wir den Besuch des Völkerkunde-Museums, dort gibt es donnerstags auch noch freien Senioreneintritt ab 16 Uhr. Eine Extra-Ausstellung über Pferde sehen wir uns natürlich sofort an und auch die Geschichte Kanadas mit nachgestellten Szenen aus dem Alltagsleben der früheren Jahre begeistert uns. Um 19 Uhr erreichen wir das Chimo-Hotel, Zimmer 303, die Koffer sind bereits dort. An der Rezeption wartet jetzt Marion, auch wir müssen noch die Ausflüge bezahlen, sie wollte nicht so lange mit dem ganzen Geld belastet werden. Und wir bleiben zum Essen im Hause.
Alles ein bisschen sonderbar. Eine Bedienung, restlos überfordert, versucht das Chaos zu meistern. Renate isst Chicken-wings von Erich, ich die Suppe von Frau Dietl, Monika die Ravioli und Schorsch das Steak von Olga-Erich. Das mit den Erichs war ein wenig verzwickt, denn wir hatten oft drei auf einem Fleck. Und so halten wir uns länger als geplant in dieser Runde auf.

Freitag, 17. September 2010
Der Tag beginnt mit Sonnenschein und der Schwachstelle des Kanadiers:
Das Frühstück. Aber es werden alle satt, auch wenn das Brot nicht getoastet werden kann – weil sich ein Toaster nur in einer anderen Etage befindet. Wir haben beobachtet, dass unsere Koffer ziemlich früh geholt wurden, mussten dann aber feststellen, dass der Aufzug nicht funktionierte und ein Entnervter mit Handtuch um den Hals die Not-Stufen  benutzen musste. Koffer verladen, Plätze richten, und wir verlassen Ottawa. So wie es hätte sein sollen, bekommen wir unterwegs
von Marion im Film gezeigt. Auch auf das ganz große Highlight werden wir vorbereitet. Westlich der Stadt fahren wir auf der Landstraße durch kleine Städtchen in den großen Naturpark Algonquin. Die Strecke ist hügelig, und wir sehen die Rillen, wo der Fels für den Straßenbau gesprengt wurde.  Die Sonne scheint in die Vielzahl der Bäume u. a. Zuckerahorn  und spiegelt sich in den zahlreichen Seen. Viel Sumpf mit abgestorbenen Bäumen, meistens Birken. Auch hier immer wieder die Birken. Hier sind die Mischwälder eben besonders gemischt, deshalb kommen auch die herbstlichen Farben so zur Geltung. Massenhaft riesige Golfplätze, auch mit Dixi-Clos.  Ganz Kanada ein einziger Park. Wir beginnen mit einem Pfad der Waldarbeiter, naturgetreu wird die Arbeit und das Leben der Holzfäller vom Pferd bis zur Eisenbahn dargestellt. Auch wie das geschlagene Holz mit Hilfe des Wassers befördert wird. Rechtzeitig haben wir uns eingedeckt für ein gemütliches Picknick in herrlichster Umgebung in der Sonne. Das Haus der „Friends of Algonquin Park“ beherbergt eine kleine Ausstellung mit Rentieren, Bären und Wölfen, auch ein kleiner Bahnhof und Fotos namhafter Personen sind zu sehen. Das Mini-Post-Office reizt uns, noch einmal Karten an uns zu schreiben. Und dann erstehe ich noch die bislang ungekannte Ausstechform eines „Moose“ für die Weihnachtsbäckerei. Natürlich für Clara und Malte, die sich besonders gefreut haben, den Papa nun mit Elchen füttern zu können.
Einen weiteren Spaziergang machen wir über lange Holzstege durch die moorige Weite. Die lange Fahrt von 400 km wird durch die vielen Pausen und Ansichten einfach weggesteckt. Vom Kanu bis hin zum Wasserflugzeug ist fast alles dabei. Die wechselnde Landschaft mit Hügeln, Felsen, Moor, den großen und kleinen Wäldern, teilweise schon sehr bunt oder auch bereits abgestorben, größere und kleine Ortschaften, viele einzelne Gehöfte.  Dann der Blick vom Lions Lookout, der eigens zum Treffen der großen G-8-Welt-Politiker erbaut wurde hier im großem Algonquin Park mit den vielen Seen.
Ziel ist das Comfort Inn Orilla. Wieder ein ebenerdiges großes Zimmer, sogar Heizung, Schiebetüren zur Parkplatzseite, Riesenkühlschrank und Microwelle.
Wie überall haben wir auch hier die Kaffeemaschine incl. gefüllte Kaffeefilter, Tee, Creamer und Zucker, selten bleibt Zeit dazu, dies zu nutzen. Schnell ist wieder alles parat, Übung macht eben Meister.
Bald vereinen wir uns zum Abendessen und treffen bei Mario´s eine gute Wahl. Hier wurden wir für die Reinfälle der letzten Tage reichlich entschädigt. Wir seilen uns aber ab und wollen noch etwas wohnen.

Samstag, 18. September 2010
Nach fröhlichem Erwachen mit wunderbarem Bad und regenfrei, kam eine neue Variante von Reiseerlebnis: Ein annehmbares Frühstück, mit Toaster!, wurde in der Lobby kredenzt. In diesem Motel umfasste der Speiseraum drei Bistrotische mit je drei schwachen Stühlen. Dafür waren aber die Zimmer zur Einnahme bestens geeignet. Mit gestapelten Toasts
war es machbar. Renate hatte Salami!
Nach der Aufregung um eine verbaselte Handtasche ging es endlich los.
Wieder zeigt sich eine ganz andere Landschaft. Hügelige Landwirtschaft inclusive Weinanbau besonders in Oakville. Gemüseanbau auf tiefschwarzer Erde. Viele Gewächshäuser zwischen Toronto und Niagara. Heute gibt es den Film über Niagara. Der Highway 11 ist auch als Militärstraße ausgebaut, so dass hier Flugzeuge landen können. Nachdem wir Toronto umfahren haben rasten wir am „Casablanca-Boulevard “. Die Toilettenpause ergab keine heiße Schokolade, dafür aber eine heiße Harley-Sitzung mit tollen, liebenswerten Typen. Auch die Tasche hat sich wieder eingefunden, und es geht besänftigt weiter. Die Spannung steigt, Niagara nähert sich, und wir sehen schon das sprühende Wasser. Don, sonst unnahbar, fährt sehr touristenfreundlich alle sehenswerten Stellen an. Am Horse-shoe halten wir uns lange in der Sonne auf, während die ersten Gäste zum Hubschrauber gebracht werden. Auf dem Rückweg um 11 Uhr sind es dort 21 Grad. Der nächste Höhepunkt: Das Mittagessen im Aussichtsturm. Einer unserer gebuchten Ausflüge. Wir fahren in das Restaurant im Skylon Tower. Ein köstliches Buffet und eine atemberaubende Aussicht erwarten uns dort. Aber es bleibt auch noch Zeit, von der Plattform die Naturgewalten zu beobachten. 170 Mio Liter Wasser stürzen da in einer Minute herab, davon neun Zehntel auf der kanadischen Seite. 12 Mio Besucher kommen jährlich hierher und in die boomende Vergnügungsindustrie. 
Der Bus bringt uns nun zur Anlegestelle der Boote, die wir bereits von oben beobachtet haben, unübersehbar die vielen blauen Punkte. Wie nah sie sich an das fallende Wasser wagen.
Wartend in der Schlange, fast wie im Kreml, gelangen wir langsam in das beschriebene weiße Zelt, aus dem lauter blaue Gestalten herauskommen. So angetan, steht nun auch eine „Maid of the Mist“ für uns bereit. Der gut organisierte Ablauf lässt viel Zeit zum Schauen und Genießen. Unglaubliche Eindrücke und mehr oder minder nass kehren wir zum Bus zurück. Herrlichstes Wetter begleitet uns. Gespannt erwarten wir das heutige Hotel „Days Inn“. Und in Renate erwacht der Entschluss, nun doch noch den Heli zu benutzen. Natürlich lassen Anita und ich uns nicht lange überreden, und so bittet sie Marion um Unterstützung.
Heute haben wir uns auch von Don zu verabschieden, der seinen Part geleistet hat. Das geht kurz und schmerzlos, der Bus bleibt uns noch bis Toronto.
Abends entscheiden wir uns für Pflicht und Sucht. Wir machen Kaffee und krönen den Tag mit einem idyllischen und guten Essen, viel Käse, Tomaten und Obst. 22.00 Uhr Nachtruhe. Ein großer Teil der Gruppe hat sich noch einmal in die Stadt begeben, um dort das nächtliche Schauspiel zu erleben.

Sonntag, 19. September 2010
In der Nacht hat es geregnet und nun kommt die Sonne heraus, obwohl die meisten den großen Teller mit Rührei, Kartoffeln und Toast nicht leer gegessen haben. Mit einem neuen Fahrer geht es noch einmal zu den Niagaras, wo ein Großteil der gesamten Gruppe den Bus verlässt. Mit Marion wurde vereinbart, dass sie uns am Heli-Platz herauslässt, bevor sie mit dem Rest den Ausflug in das Städtchen Niagara on the Lake macht. Da es noch zeitig ist, vermittelt sie unseren Flug im dortigen Büro und siehe da, er ist heute ohne Voranmeldung sehr günstig. Der nette Pilot lässt uns wissen, dass er schon mal den Flieger starten geht. An einer großen Gruppe französischer Senioren vorbei sind wir die ersten drei Passagiere. Mit Getöse kommt er heran und zwei Gehilfen platzieren uns und drei weitere Franzosen. Renate natürlich vorn!!! In französischer und deutscher Sprache werden wir laufend unterrichtet. Strahlender Sonnenschein, ein paar mystische weiße Wolken und ein großartiger Blick auf dieses schöne Fleckchen Erde. Mit dem leisesten Heli der Welt  wird uns in sanften Schlenkern nach links und nach rechts die Vielseitigkeit unter uns gezeigt. Ein unbeschreiblich schönes Erlebnis für das wir Renate ganz besonders danken, eben wie Weihnachten!!
Wieder gelandet können wir gar nicht so schnell in den Alltag zurückfinden. Natürlich haben wir mit Begeisterung die großen Aufnahmen erworben und im Shop ein paar Kleinigkeiten gekauft.
Mit einem Taxi fahren wir zum „Mist“-Hafen zurück. Wir beschließen, dieses Ereignis bei einer heißen Schokolade vor Starbucks in der Sonne auf dem Trottoir unter Hard-Rock zu verdauen. Gegenüber liegt ein schöner Park und durch das Tor ist der Wasserfall zu sehen. Um 11 Uhr sind wir zum Gruppenfoto verabredet wie immer mit viel hin und her.
Es geht zurück nach Toronto, auf dem Weg werden 3 Terminals des Flughafens angefahren. Die Gruppe wird kleiner. Für uns ist noch eine schöne Hafenrundfahrt eingeplant. In der Pause vorher sitzen wir lange an der Promenade und beobachten das sonntägliche Treiben: Die Hunde mit ihren Besitzern, die vielen Boote, die großen und kleinen Flieger vom gegenüberliegenden Stadtflugplatz, an einem Dreimastsegler werden Segel gesetzt. Mit einem dampfschiffähnlichen Boot umrunden wir eine
Insel. Sehen wir zunächst viel Grün mit allerlei Gefieder, Radler und Camper auf der Insel, wendet sich das Blatt enorm auf dem Rückweg.
Vor uns die großartige Silhouette von Toronto. Das Bild, das wir bereits von unzähligen Postkarten kennen, direkt vor uns – beeindruckend.
Damit ist dann auch der offiziell geführte Teil unserer Kanada-Reise beendet. Wieder werden wir ins Bond-Place-Hotel gebracht. Alles muss raus, so verlassen wir den Bus, der uns ca. 2.800 km sicher durch Kanada gebracht hat. Ein schönes Land! Oft hatten wir den Eindruck, das ganze Land ist ein einziger Golfplatz. Hervorstechende Sauberkeit, im Land des Fastfoods fliegen die Verpackungen nicht durch die Landschaft!!
Diesmal wissen wir, wie unser Hotel aussieht, und wir beziehen ein Zimmer im 8. Stock. Diesmal blicken wir zur Straßenseite mit einem Hilton in geringer Entfernung und einigen höheren Wohnblocks, die mit schönen und auch belebten Dachgärten hervorstechen. Dazwischen ein Parkplatz, Bed and Breakfast und andere Wohnhäuser. In unmittelbarer Nähe eine große Kirche. Endlich können wir uns mal etwas häuslicher einrichten. Natürlich entscheiden wir uns noch einmal für ein Süppchen bei Frans, bekannt für freundlichste und aufmerksame Bedienung.
Auf dem Rückweg, diesmal nehmen wir die andere Seite, beobachten  den Schupo, der sich mit Falschparkern befasst – kostet hier 60 $.
Heim und dann wird gespielt, nebenbei beobachte ich das Leben hinter den beleuchteten  Fenstern auf der anderen Seite.

Montag, 20. September 2010
Heute haben wir Freizeit. Beim Frühstück kippt Renate schnell den Plan, und wir gehen in kleiner Gruppe zum ROM – Royal Ontario Museum, dem Museum mit der Terrakotta Armee.
In Peking sind wir nicht so weit gekommen.
Wir machen den Weg zu Fuß. Viele Male sind wir hier schon mit dem Bus gefahren. Fotos vor dem Kinderhospital, Princess Margret stand auch Pate, und mehrere andere Hospitäler, von denen Toronto eine ganz stattliche Anzahl hat. U. a. wurde hier irgendwo auch Stefans Doktorarbeit zum ersten Mal vorgestellt.  Ein Schauspiel bieten uns auch immer wieder die Fensterputzer in Schwindel erregender Höhe.
Den nächsten Grund zum Staunen bieten Elisabeth und Renate. Am Queens-Park suchen sie eine Toilette und können nicht umhin, den Seiteneingang des Parlaments zu benutzen. Stolz erscheinen sie mit tollen Gästeausweisen der kanadischen Regierung. Beim Museum
werden nicht wir in großer Formation erwartet. Es ist der Premierminister, dessen Banner Renate noch ausführlich an dem großen schwarzen Auto bewundert. Umgeben von drei weiteren Limousinen mit rotem Licht.
Die Chinesische Ausstellung war für uns beide sehr interessant, waren doch die zwei großen Gestalten und zwei Kamele vom Spazierweg in Peking zu sehen. Des weiteren ein riesiges bunt bemaltes Eingangstor, ein Grab eines Königs mit DVD lebensnah erklärt. Wichtig war im Royal
Ontario Museum auch die Kanadische Abteilung mit dem Leben der ersten Indianer allen voran Sitting Bull. Für die Terrakotta Armee haben wir noch nachlösen müssen. Leider haben wir zu wenig Zeit investieren können. Das Restaurant im Hause bot Suppen verschiedener Art an. Mit der U-Bahn fahren wir dann für 2 $ Seniors zur Young Street. Bummeln dort durch Eatons Kaufstraße ohne einen passenden Schal für Olga zu finden. Auch bei Sears nicht. Auf dem schönen großen Platz vor dem Hard-Rock Cafe, der ständig wegen des Filmfestivals von Fernsehteams belagert war, rasten wir in der Sonne. Elisabeth hat ein Zigarettchen genossen, es aber dann nicht länger dort ausgehalten. Einigermaßen erholt besuchen wir die Untergrund-Shops. Der erste hat tatsächlich nur Alkoholica, so dass wir ein Bier mit Icetea  erstehen. Die kleine Ausgangstür wird von einem Beamten kontrolliert. Dann finden wir dort unten noch Obst, eine leckere Puten-Wurst und natürlich Schokolade. 
Endlich daheim, dekorieren wir den Tisch mit diesen Köstlichkeiten und sind zum Fortgehen nicht mehr zu bewegen. Auch so zeigte die Uhr bald 22. Eine anständige Zeit zum Schlafen gehen.

Dienstag, den 21. September 2010
Das Frühstück hier wie immer ausreichend. Heute sind wir etwas zeitiger gegangen und können bis zur Abfahrt noch etwas „ruhen“.
Renate hat schon ausgiebig Stadt- und Fahrplan studiert. Olga-Erich gesellt sich hinzu, und wir machen uns auf den Weg in den Toronto Zoo.
Der Umweg über Mackenziehaus und die benachbarte St. Michaelskirche musste sein. Wir haben einen wunderbaren Eindruck. Ein Lichtlein angezündet und mit ganz viel Kleingeld bezahlt. Mit Tageskarten für 10 $ ohne Seniors besteigen wir die U-Bahn (teilweise auch überirdisch) bis Kennedy-Platz, zügig geht es mit Bus 86 weiter raus aus der Stadt. Eine gut erweiterte Rundfahrt von 90 Minuten. Das hat sich gelohnt. Zookarten 17 $ für Seniors.
Über vier Stunden haben wir die Attraktionen (Eisbärfütterung, Gorillas beim Wasserspritzen, große und kleine Schlangen, das Gebrüll eines Löwen, eben alles was ein Zoo so her gibt) und die schöne Natur im
Sonnenschein genossen.  Ein Steak konnten wir nicht ergattern. Dafür zum Abschluss ein gutes Eis und eine geteilte Zitronentorte.
Auch die Rückfahrt geht ziemlich zügig, keinerlei Wartezeiten.
Allerdings fehlt uns noch die Straßenbahn, so dass wir ohne Erich noch eine Station hin und her fahren. Zufrieden kehren wir in unsere Behausung zurück. Das gemeinsame Abendessen im 4. Stock an der Dundee Street, nicht nur deshalb gehobener Klasse, war köstlich und für mich sogar kostenlos.
Da mein Seafood-Salad nicht mit den anderen Steakgerichten serviert wurde, erfolgte nach einer Entschuldigung des Restaurant-Chefs auch noch die Stornierung von 19.90 $. Fröhlich geht es heim. Der große Rest bleibt noch in dem gemütlichen Pub gegenüber hängen. Wir beenden den Abend spielend – vielleicht wäre ein Besuch im Casino sehr erfolgreich gewesen.

Mittwoch, 22. September 2010
Alles in aller Seelenruhe. Ausgiebiges Bad, Frühstück, Packen, Spielen!!!
Um 11 Uhr räumen wir das Zimmer und können das Gepäck gegen Empfangsschein an der Rezeption parken. Wir begeben uns noch auf Erkundungstour in die entgegen gesetzte Richtung. Vorbei an der Orthodoxen St. Georgskirche, die großen Umbauten zu Wohneinheiten interressieren Renate. Dann schlendern wir zwischen den Studenten über den Campus, durchstöbern den Supermarkt – RABBA Fine Foods – und verbraten noch ein paar Dollars. Besuchen noch eine Kirche, die berühmt ist für das Glockenspiel und freie Mittagsspeisung bietet. Daneben der Park mit den zutraulichen schwarzen Eichhörnchen. Ein Antik-Shop dessen Ukrainischer Inhaber nur Landsleuten das Parken vor seinem Geschäft erlaubt. Zum Essen lassen wir uns beim Thai nieder und bekommen eine große Schüssel Suppe, auf den Salat müssen wir verzichten – zu viel.
Im gegenüberliegenden Sears lassen wir das fast restliche Geld für Schokomandeln. Zurück zum Hotel, um 15 Uhr warten auf unseren Shuttlebus, der vor unseren Augen gerammt wird. Der Fahrer organisiert schnell Ersatz. Da die Kreuzung blockiert ist, bereits die Straßenbahnen beider Richtungen stauen, ziehen wir an die nächste Straßenecke. In wenigen Minuten kommt ein Ersatzfahrzeug, alles wird eingeladen, und wir sind weg, als wäre nichts geschehen. Noch einmal die Stadtrundfahrt zum Einsammeln weiterer Touristen, alles ist schon sehr vertraut. Am Flughafen gibt es noch etliche Unklarheiten eben auch wegen dieser Hundseder-Geschichte bis sich eine nette Dame sich unser annimmt und auf den rechten Weg schickt.  Das übliche Prozedere bis wir endlich im Flieger sitzen. Start um 20.05 Uhr. Es ist schon dunkel und der Blick über eine beleuchtete Stadt bildet den Abschluss.
Der Flug ist nicht so angenehm wegen Übelkeit einer Französin in der näheren Umgebung mit Deckenteppich und geschlossener Toilette. 

Donnerstag, 23. September 2010
Wir sind wieder gesund und eigentlich auch munter gelandet. Die erhöhte Spannung gilt einem kleinen Border-Baby, das wir schon in Ottawa bewundert haben. Und wirklich, ein allerliebstes schwarz-weißes Wollknäuel zeigt uns Anita. Mit dem Bus geht es wieder bis zum Hotel Bauer, natürlich hat sich hier schon ein Empfangs-Komitee gebildet. Der Jubel ist groß, aber auch ganz schnell löst sich dieser Haufen auf.
Sofort  beginnen die Alltagsgeschäfte. Renate mit Hausfrauentätigkeiten, ich muss Bilder herunterladen und gönne mir auch ein Mittagsschläfchen, um die französische Schlafstörung auszugleichen.
Am späteren Nachmittag kommt noch Anita mit den beiden Hunden und wir spazieren einmal um den Kapellenacker. Auch wieder ein sehr schöner Abschluss einer wunderbaren Reise.

Bold Castle, 1000 Inseln Die Gruppe bei einer Pause
Bold Castle, 1000 Inseln                                   Die Gruppe bei einer Pause

Luftbild von den Niagara Fällen Niagara Fälle
  Niagara Fälle von oben gesehen                                Niagara Fälle

Hockey Hall of Fame in Toronto Stadtbild von Toronto
Hockey Hall of Fame in Toronto                                  Stadtbild von Toronto

Montreal Quebec
Straßen von Montreal                                                     Quebec

Gruppenbild
ein Teil der Gruppe


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